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44 Atemschutz-geräteträger aus dem Bezirk Nord- Ost und 20 aus dem Bezirk Süd haben sich in Bergtheim in eine Flammenhölle begeben, um die Entstehung eines Brandes zu beobachten und zu üben, wie er bekämpft werden kann. Im Brandübungs-Container, der für eine Woche in Bergtheim stand, lernten die Leute aus Acholshausen, Balderheim, Bergtheim, Bütthard, Eichelsee, Estenfeld, Gaukönigshofen, Gerbrunn, Güntersleben, Hausen, Kürnach, Prosselsheim, Püssensheim, Randersacker, Rimpar, Rottendorf, Röttingen, Theilheim, Thüngersheim und Veitshöchheim, Wasser gezielt einzusetzen und einem „Flash-Over“ entgegen zu wirken. Ein Flash-Over ist eine Rauchgasdurchzündung. Sie entsteht durch die Wärmeeinwirkung des Initialfeuers und die damit verbundene Ausgasung der Einrichtungsgegenstände. Wenn sich im Rauch kleine Flammenzungen entwickeln, kündigt sich dieser Flash-Over an. Das Feuer breitet sich dann schnell aus. Deshalb muss die Rauchgastemperatur mit kurzen, gezielten Wasserstößen aus einem Hohlstrahlrohr heruntergekühlt werden. Das gefährliche Üben der Männer und Frauen am Feuer gehört zu den aufregendsten und beschwerlichsten Lektionen eines Floriansjüngers. Es erfordert einen hohen Ausbildungsstand und viel Mut. „Die Feuerwehrleute sollen Respekt vor dem Feuer haben, aber keine Angst“, erklärten in Bergtheim die beiden Ausbilder Florian Schwegler von der Berufsfeuerwehr Augsburg und Thomas Schumm von der Werksfeuerwehr Sachs in Schweinfurt. Sie betreuten den Übungscontainer, als er für eine Woche in Bergtheim stand und begleiteten die Atemschutzgeräteträger in Theorie und Praxis durch die je dreistündigen Übungseinheiten. „Am Schlimmsten war es, keinerlei Sicht zu haben“, beschrieben Teilnehmer nach der Übung im Container ihre Empfindungen. Meistens waren sie erstaunt über die schnelle Ausbreitung des Feuers im Brandraum und über die ungeheuere Rauchentwicklung über ihren Köpfen. Auch die Hitze machte den Teilnehmern zu schaffen. Trotz Schutzkleidung wie Überjacke, Überhose, Sicherheitsstiefel, Handschuhe, Flammschutzhaube und Helm spürten alle die Hitze. Kein Wunder, im Raum herrschten an der Decke zwischen 600 und 800 Grad Celsius. Deshalb knieten die Feuerwehrleute bei ihrer Übung. In Kopfhöhe herrschten dann immer noch 80 bis 150 Grad. „Bei den acht Schlussbesprechungen waren alle begeistert“, resümierte Kreisbrandinspektor Kiesel. Er bedauert, dass die Übung im Container noch nicht zur Grundausrüstung jedes Atemschutzgeräteträgers gehört. Den einzigen Container für ganz Bayern gibt es aber erst seit wenigen Jahren und er ist stets ausgebucht. Er wurde von der Versicherungskammer Bayern und dem Landesfeuerwehrverband konzipiert. „Wir haben bei der Übung auch unsere eigenen Geräte, die Schutzausrüstung und die persönlichen Grenzen besser kennen gelernt“, sagte Kiesel. |